Alessandro Barbero in Wien – Festival „La Fonte“

by saporitowien

Freitag 1.März 2024, Odeon Teather – Details und Anmeldungen„Zu den Waffen! Zu den Waffen! Die Priester machen Fleisch!“, ruft ein Handwerker, um den Aufstand anzustacheln. Wir schreiben den 20. Juli 1378 und befinden uns in Florenz mitten im Ciompi-Aufstand, einem der vielen Aufstände, die im 14. Jahrhundert in Europa ausbrachen.

Anhand der Chroniken jener Zeit lässt uns Alessandro Barbero die Aufregung, den Enthusiasmus und die Gewalt jener Tage wiedererleben, als eine Masse von Menschen beschloss, dass ihnen die Zukunft, so wie sie sie sahen, nicht gefiel, und versuchte, sie zu ändern.
Sie kommen völlig unerwartet. Sie dauern nur sehr kurz, manchmal nur ein paar Wochen, dann werden sie verdrängt. Aber in dieser kurzen Zeit geschehen solche Dinge, die sich für immer in das kollektive Gedächtnis einprägen. Das sind die Volkserhebungen. Die Geschichte, zumindest die des letzten Jahrtausends, ist von kritischen Momenten durchsetzt, in denen eine Masse von Menschen beschließt, dass ihnen die Zukunft, so wie sie sie sehen, nicht gefällt, und versucht, sie zu ändern. Das Mittelalter bildet da keine Ausnahme: Schon damals mangelte es nicht an Aufstandsbewegungen, die sich in ihrer anfänglichen Entwicklung kaum von den überwältigenden modernen Revolutionen zu unterscheiden scheinen. Vor allem in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gab es so viele Aufstände, dass sie eine Anomalie darstellten. Alessandro Barbero schildert den spektakulärsten dieser Aufstände. Lange Zeit sahen die Historiker in ihrem Scheitern nicht nur den Beweis dafür, dass die Aufständischen keine Aussicht auf Erfolg hatten, sondern dass sie nicht einmal ein bewusstes Ziel verfolgten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Aufständischen wussten, was sie taten, hatten genaue Forderungen und kämpften bewusst für deren Verwirklichung.

Alessandro Barbero ist der bekannteste italienische Historiker. Seine Bücher sind Bestseller in Italien und in vielen Sprachen übersetzt, und seine „Geschichtsvorlesungen“ werden live und online sehr stark verfolgt. Er lehrt mittelalterliche Geschichte an der Università degli Studi del Piemonte Orientale. Im Jahr 1996 gewann er den Premio Strega mit dem historischen Roman  Das schöne Leben des Edelmannes Robert Pyle und die Kriege der anderen (Fischer Verlag) 
Er arbeitete viele Jahre lang mit dem Programm „Superquark“ von Piero Angela zusammen und arbeitet derzeit mit den Programmen „a.C.d.C.“ und „Vergangenheit und Gegenwart“ von Rai Storia zusammen. Zahlreichen Werken sind für Editori für Laterza erschienen.

saporitowien
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